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Kinderfragen an eine Bestatterin

Auf einen ereignisreichen Nachmittag können die jungen Menschen, die ihre Brüder und Schwestern ins Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich begleiten, zurückblicken: Gemeinsam mit dem Pädagogischen Team haben sie im Rahmen eines Online-Termins Juli Görndt Fragen rund um das Thema "Bestattungen" gestellt. Juli Görndt ist seit rund einem Jahr als Sozialarbeiterin im Bremer Andreas-Hospiz, das ebenfalls zur mission:lebenshaus gGmbH gehört, tätig und hat davor als Bestatterin gearbeitet. Die Kinder wollten u. a. wissen, was eine Bestatterin genau macht, wie tief ein Leichnam unter der Erde begraben wird, ob man seine Kuscheltiere mit in den Sarg nehmen darf und wie es überhaupt dazu kam, dass Juli Görndt Bestatterin wurde.

"Man hat nicht so oft die Gelegenheit, einer Bestatterin ein Loch in den Bauch zu fragen", resümiert Erzieherin Kerstin Wegener. "Die Fragerunde an Juli Görndt war für die Kinder und für uns Begleitpersonen gleichermaßen spannend." Außerdem sei es generell wichtig, das Thema Tod aus der Tabuzone zu holen und frei darüber zu reden: "Je besser ich Bescheid weiß, umso ruhiger und gelassener kann ich damit umgehen." Die Trauer und das Verlusterleben von Kindern setzt in den meisten Fällen vor dem Tod, häufig bereits ab Diagnosestellung ein. Das Gespräch mit Juli Görndt kann daher auch einen wertvollen Beitrag in der Begleitung der vorangehenden Trauer leisten.

Das Kinder- und Jugendhospiz arbeitet nach einem familienzentrierten Ansatz. Dies bedeutet, dass die Brüder und Schwestern der unheilbar erkrankten Gäste ebenfalls im Kinder- und Jugendhospiz begleitet werden. So werden z. B. für die Geschwister täglich exklusive Geschwisterzeiten in Kleingruppen mit bis zu fünf Kindern und einmal wöchentlich das Geschwisterfrühstück angeboten. Vor ca. zweieinhalb Jahren wurde auf dem Grundstück des Kinder- und Jugendhospizes die "Geschwisterinsel" eröffnet. Es handelt sich hierbei um einen Ort, an dem die jungen Menschen ihren Gefühlen Raum geben, spielen und kreativ sein können. Die Geschwisterarbeit wird komplett aus Spenden finanziert.

Online-Meeting in der Geschwisterinsel: Kinder stellen Fragen rund um das Thema „Bestattungen“.

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