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Das Kinderhospiz lebt von seinen Gästen, Mitarbeitenden, Botschaftern und Unterstützern. Jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte.

Ein starkes Team - Heike und Lilly

Heike Bartos ist seit Anfang an aktiv im Kinderhospiz - aber nicht alleine: Jeden Donnerstag kommt sie mit ihrem zwölfjährigen Pony "Lilly" ins Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich und bereitet unseren jungen Gästen und ihren Angehörigen ein paar unbeschwerte Augenblicke. Einfach mal das Pony streicheln oder eine Runde mit ihm über den Hof reiten - für unsere Gäste ist das ein großes Geschenk.

Ein Pony im Kinderhospiz - das ist nicht alltäglich. Wie kamst Du auf die Idee, mit Lilly vorbei zu kommen?

Lilly steht auf der Weide gegenüber vom Kinderhospiz. Daher war es für mich klar, dass ich sie in mein ehrenamtliches Engagement mit einbeziehen möchte. An der Situation an sich kann ich nichts ändern, aber gemeinsam mit Lilly möchte ich den Familien ein paar unbeschwerte Momente ermöglichen und ihnen helfen, ein bisschen Abstand zu ihrem Alltag zu gewinnen.

Wie kam der Kontakt zum Kinderhospiz zustande?

Ich bin einfach im Kinderhospiz vorbei gekommen und habe geklingelt. Nach einem ersten Gespräch sind zunächst Eltern und Geschwisterkinder zu Lilly und mir gekommen. Da waren die betroffenen Kinder jedoch meistens außen vor. Das wollte ich ändern und so kommen Lilly und ich nun einmal pro Woche vorbei.

Was erlebst Du im Kinderhospiz?

Es ist einfach schön, wenn ich mit Lilly um die Hausecke komme und das frohe 'Gequietsche' der Kinder höre. Da geht mir das Herz auf. Alle wollen Lilly streicheln und auf ihr reiten, aber keiner drängelt oder mault. Die Kinder freuen sich, wenn Mama, Papa oder die Geschwister mitreiten dürfen. Oder wenn Papa alleine reiten muss, weil er eine 'große Klappe' hatte. Besonders schön ist es zu sehen, wie Kinder, die krampfen auf meinem Pony entspannen, zur Ruhe kommen und auch mal los lassen können. Das erfüllt mich mit Freude und Stolz. Wundervoll wird es dann, wenn dann ein Kind losrennt und mir eine Blume als Dankeschön pflückt. Wenn ich am Donnerstagabend nach Hause komme, bin ich entspannt und zufrieden mit mir und der Welt. Der Donnerstag ist für mich eine feste Größe geworden, die ich nicht mehr missen möchte.

Auch über Deine Besuche mit Lilly hinaus bist häufiger im Hospiz, z. B. bei Festen oder der Praxisbegleitung. Wie fühlst Du Dich hier?

Ich fühle mich im Kinderhospiz wahrgenommen und akzeptiert. Auch der Vorbereitungskurs hat mir gut gefallen. Wir waren ein tolle Truppe und es hat mir großen Spaß gemacht. Ich habe nicht damit gerechnet, dass er mir so viel gibt, auch was den Umgang mit meinem eigenen Leben betrifft.

Gibt es etwas, das Du Dir für Dein Ehrenamt für die Zukunft wünschst?

Meine große Leidenschaft ist das Kutsche fahren. In der Vergangenheit habe ich auch schon mal Familien mitgenommen, jedoch fehlt mir derzeit ein Beifahrer. Das wäre toll, wenn ich einen Beifahrer finden würde, mit dem ich gemeinsam die betroffenen Kinder und ihre Angehörigen mit auf eine Ausfahrt nehmen kann.

Ein strahlendes Lachen - Carmen Hanken besucht Hospizgast

Über einen ganz besonderen Besuch freute sich im März das Angelika Reichelt Kinder- und Jugendhospiz Joshuas Engelreich: Carmen Hanken vom Hankenhof Gesundheits-Kompetenz-Zentrum in Filsum überreichte Pflegedienstleitung Sandra Ecke Holzpferd "Charly", das für therapeutische Zwecke genutzt werden kann. Bei einer anschließenden Führung durch das Haus, machte sie Hospizgast Alena eine große Freude: Alenas Mutter sprach Carmen Hanken an und erzählte, dass ihre Tochter ein Fan von Carmen und ihrem verstorbenen Mann Tamme sei und die Sendung auch regelmäßig im Fernsehen gucke. Daraufhin machte Carmen Hanken einen Abstecher in das Zimmer von Alena. Die 21jährige konnte dabei ihr Glück kaum fassen, sie jubelte und lachte über das ganze Gesicht - ein wahrer Gänsehautmoment. Alena und Carmen Hanken strahlten dabei um die Wette und zeigten mit nach oben gestreckten Daumen, wie groß auf beiden Seiten die Freude war.

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Fußballprofi zeigt Herz

Seit fast zwei Jahren ist Fußballprofi Sebastian Polter Botschafter des Kinder- und Jugendhospizes. Dass ihm das Haus wirklich am Herzen liegt, zeigten seine Teilnahme am Hospiz-Spendenlauf, bei dem er zwölf Runden zurücklegte sowie sein Besuch zwei Tage vor der Veranstaltung. Mit dabei hatte der gebürtige Wilhelmshavener zahlreiche Geschenke wie handsignierte Trikots, Kuscheltiere und Schals. Außerdem nahm er sich Zeit für Gespräche und Fotos mit Gästen, Angehörigen und Mitarbeitern und schaute sich in Ruhe das Haus an. "Nachdem ich das Kinderhospiz zuletzt im Rohbau gesehen habe, freut es mich sehr, heute wieder hier zu sein. Es ist eine wirklich tolle Einrichtung, in der ich mich sofort wohl gefühlt habe. Von den Haupt- und Ehrenamtlichen bin ich herzlich empfangen worden und finde es toll, dass die Mitarbeiter so viel Einsatz zeigen", so Polter.

"Das FSJ hat mich geprägt"

Sarah Engelhardt (l.) und Ines Diedrich haben im Sommer 2015 ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Kinderhospiz begonnen. Ein Jahr später blicken sie auf ihre Zeit in Wilhelmshaven zurück.

Im August 2015 habt Ihr Euer FSJ begonnen. Wieso habt Ihr Euch damals für ein FSJ im Kinderhospiz entschieden?

Ines Diedrich: Meine Nachbarin, die sich ehrenamtlich im Hospiz engagiert, hat mir viel über die Arbeit im Hospiz erzählt. Das hat mich neugierig gemacht. Eigentlich hatte ich damals vor, Pädagogik zu studieren. Als sich die Gelegenheit bot, habe ich mich aber erst mal für das FSJ entschieden.

Sarah Engelhardt: Für mich war es wichtig, dass ich während meiner Zeit als FSJlerin mit Kindern arbeite. Und da mich die Hospizarbeit schon immer interessiert hat, lag es nahe, dass ich mich hier bewerbe. Während meiner Zeit bei der evangelischen Jugend bin ich vielen Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen begegnet und habe mich mit ihnen ausgetauscht. Dies hat mich in meiner Entscheidung bestärkt.

Mit was für Erwartungen habt Ihr angefangen?

Ines Diedrich: Natürlich bin ich davon ausgegangen, dass ich engen Kontakt zu den Kindern habe. Das meiste habe ich aber auf mich zukommen lassen.

Sarah Engelhardt: Ich habe mit verschiedenen Ängsten, z. B. vor der Konfrontation mit den Themen Tod und Sterben, angefangen. Ich war unsicher, ob ich dem gewachsen bin und ich mich hier auf Dauer wohlfühle.

Inwiefern wurden die Erwartungen erfüllt?

Ines Diedrich: Ich habe tatsächlich sehr eng mit den Kindern hier gearbeitet, z. B. in der Pflege, aber ich habe auch Kinder zur Reittherapie begleitet. Dass ich darüber hinaus einen so tiefen Einblick in die Arbeit bekomme, hat mich positiv überrascht.

Sarah Engelhardt: Ich habe nach kurzer Zeit gemerkt, dass meine Ängste unbegründet waren. Das Team hat viel aufgefangen und ich habe mich hier wohl gefühlt.

Was nehmt Ihr für Euch aus dem vergangenen Jahr mit?

Ines Diedrich: Ich habe tiefe Einblicke in das Arbeitsfeld der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin bekommen. Das war auch der Grund dafür, dass ich mich für eine Ausbildung in diesem Beruf entschieden habe.

Sarah Engelhardt: Ich habe während meines FSJs viel im Umgang mit Tod und Sterben gelernt. Außerdem hat mir das Jahr gezeigt, wie viel Lebensqualität man einem erkrankten Kind geben kann.

Das Jahr ist vorbei – wie geht´s für Euch weiter?

Ines Dietrich: Am 1. Oktober beginnt meine Ausbildung im Klinikum Wilhelmshaven an. Von daher hat mich das FSJ für meinen beruflichen Weg nachhaltig geprägt.

Sarah Engelhardt: Nach meinem FSJ geht es für mich wieder zur Schule. Mein Schwerpunkt wird Wirtschaft sein.

Für Eure Zukunft wünschen wir Euch alles Gute.